Hommage à JOACHIM KÜHN zum 70. Geburtstag
27. Internationale Theaterhaus Jazztage

Mit seinem Spiel, das sich über alle Kategorien hinwegsetzt, profilierte er sich zu einem Musiker von Weltklasse. Im zeitgenössischen Jazz hat der Pianist Joachim Kühn bereits markante Spuren hinterlassen, und er hat neue Wege gewiesen. Der musikalische Weltbürger Joachim Kühn sieht sich in der Tradition des Jazz, bleibt  dennoch in all den Jahre immer verbunden  mit der europäischen Konzertmusik.
Nun feiert Joachim Kühn in Stuttgart seinen 70sten Geburtstag, oder fast. Denn es ist nun mehr als einen Monat her, dass  sich Joachim Mitte März an seinem Feiertag mit seinem Bruder Rolf in einem Berliner Studio zusammensetzte und Aufnahmen für den Rundfunk einspielte.
Das Theaterhaus und Joachim Kühn, das ist eine lange  Beziehung.  So war es  fast selbstverständlich, dass Werner Schretzmeier dem in Ibiza lebenden Pianisten  ein  „Hommage“ Konzert zu  seinem 70sten in Stuttgart anbot. An solch einem Tag  lädt man seine besten Freunde ein: Wegbereiter, die Joachim Kühn in den nun über 50 Jahren  seiner musikalischen Karriere begleitet haben.
Da wäre zuerst sein älterer Bruder, der Klarinettist   Rolf Kühn, der ihn in jungen Jahren musikalisch förderte und mit dem er bis heute regelmäßig zusammenspielt. Oder  Daniel Humair und Michel Portal, für Joachim Kühn ebenfalls langjährige Weggefährten,  mit denen er seit den späten 60er Jahren nach seiner Übersiedlung nach Paris regelmäßig auftrat. Mit dabei damals der leider inzwischen verstorbene Bassist J.F. Jenny Clark, der kurz vor seinem Tod 1998 noch im Theaterhaus zusammen mit Daniel Humair und Joachim Kühn zu hören war und hier  eines seiner letzten Konzerte gab. Inzwischen hat Bruno Chevillon seinen Platz an der Seite von Kühn und Humair eingenommen. Joachim Kühn bewies sich stets als wandelbarer Musiker. Wie kaum ein anderer war er offen für neue musikalische Entwicklungen, ob dies der Rock Jazz in den 70ern oder  in den letzten Jahren die  afrikanische   Musik war, die er in seinem Schaffen integrierte. Dass dies kein Stilbruch sein muss, das zeigt Kühn an diesem Abend in Stuttgart mit seinem aktuellen Trio mit dem marokkanischen Guembri Spieler und Sänger Majid Bekkas und dem aus Malaga stammenden  Ramon Lopez, das in Stuttgart durch den afrikanischen Percussionisten Moussa Sissokho verstärkt wird.
Besondere Freude bereitet Joachim Kühn, dass auch  eines seiner früheren Idole, der legendäre Saxophonist Archie Shepp, an diesem Abend zu  dem Trio stoßen wird. Mit Archie Shepp  schließt sich der Kreis in dieser musikalischen Retroperspektive von Joachim Kühn, denn im Zusammenspiel mit einem der wichtigsten  Wegbereiter des modernen Jazz  - der übrigens auch auf dem letzten Kühn Album zusammen mit Bekkas und Lopez zu hören ist - beweist Joachim Kühn, dass er trotz allen Wandels auch heute noch die Tradition im Blickpunkt hat.


Joachim Kühn (p) Daniel Humair (dr) Bruno Chevillon (b) Michel Portal (bcl, ss) Rolf Kühn (cl) Majid Bekkas (guembri, voc) Ramón López (dr, perc) Moussa Sissoko (African perc)
Special guest: Archie Shepp (sax)