Schubert & Beethoven go Jazz
28. Internationale Theaterhaus Jazztage

1. Teil

Lia Pale – gone too far (75 min.)
Schuberts Winterreise

Der hochtalentierten, jungen österreichischen Sängerin gelang gleich mit ihrem Debutalbum ein von der Fachwelt umjubeltes Werk. An ihrer Seite Mathias Rüegg, Produzent und Arrangeur. Die Sensation allerdings liegt nicht nur in Rüeggs jazzigen Bearbeitung von Schuberts Winterreise, sondern auch das Verwenden der, wie sonst weltweit üblich, deutsch  interpretierten Texten, ins Englische. Die feine und liebevolle Bearbeitung hat einen solch starken und eigenen Charakter, man möchte sich zu 100 Prozent sicher sein, Schubert hätte seine Winterreise als Jazz-Standard komponiert. Der sonst dunkel und eher schwer anmutende Zyklus Schuberts entzückt hier in seiner atmosphärischen Leichtigkeit, dank Lia Pales facettenreicher, glockenklaren, gar sexy Stimme und dem hervorragenden, facettenreichen Musizieren des Quartetts an ihrer Seite.


produced & arranged by mathias rüegg
Lia Pale (voc/fl/p)
Fabian Rucker (reeds)
Mathias Rüegg (p)
Johannes Strasser (b)
Ingrid Oberkanins (perc)



2. Teil

Dieter Ilg Trio (75 min.)
Mein Beethoven

Nach Verdi und Wagner demonstriert Ilg mit „Mein Beethoven“ abermals, dass es bei ihm nicht vordergründig um effektvollen „Jazz goes Klassik“-Crossover geht, sondern darum, sich die Vorlagen mit Eigensinn, zu eigen zu machen:
„Ich möchte in der Tradition Beethovens dessen musikalischen Ausdruck individuell in die Neuzeit transportieren“ gibt Ilg die Motivation für sein neues Projekt vor. Anknüpfungspunkte für dieses Unterfangen gibt es viele:

„Beethoven wurde zuerst bekannt als Pianist, insbesondere aufgrund seiner großen Leidenschaft für das Improvisieren. Immer auf der Suche nach der Optimierung, nach der Weiterentwicklung von Musik, Form und Perfektion. Seine Werke sind Meilensteine revolutionärer Machart. Geniale Vorlagen, um auch im 21. Jahrhundert damit zu spielen. Um sich mit Lust, Phantasie und Gestaltungswillen einem großen Improvisator der Vergangenheit und der Musikgeschichte Europas zu nähern“ sagt Ilg über das Objekt seiner jüngsten Begierde.

An seiner Seite, wie schon bei den 26. Theaterhaus Jazztagen die kongenialen Partner am Klavier: Rainer Böhm und Patrice Héral am Schlagzeug.


Dieter Ilg (b)
Rainer Böhm (p)
Patrice Héral (dr)