Fathers & Sons
29. Internationale Theaterhaus Jazztage

1. Teil
DAUNER//DAUNER

Wolfgang Dauner (p)
Florian Dauner (dr)

Die Einzigartigkeit von Dauner // Dauner, dem Duo von Wolfgang und Florian Dauner, vermittelt sich sofort: „Das gibt es selten, dass sich Vater und Sohn aus zwei musikalischen Richtungen – zwei unterschiedlichen musikalischen Vorstellungen kommend – so positiv ergänzen. Freilich, beim längeren Zuhören offenbart sich, dass der Generationsunterschied der einzige Unterschied ist. Ansonsten sind sie – wie kann es anders sein – aus dem gleichen Holz geschnitzt“, so fasst es Prof. Manfred Schoof in Worte. „Vater Dauner kann stolz sein auf seinen Sohn – ist er auch, denn er läuft zur Höchstform auf, zaubert in halsbrecherischen Figurationen beeindruckende musikalische Momente.“ Auf der Bühne entsteht ein intensiver Dialog der Generationen, ein Zwiegespräch über Genres und Stile hinweg, geprägt durch die Dualität von Harmonie und Rhythmus. Weil das Klavier in der klassischen Combo-Besetzung auch Aufgaben der Rhythm-Section übernimmt, ergibt sich der Groove wie selbstverständlich als erster gemeinsamer Nenner dieser Zusammenarbeit. Eine weitere Schnittstelle stellt der Einsatz von Elektronik dar: Wolfgang Dauner weiß genau, wie er mit einem Synthesizer eine andere Wirklichkeit jenseits alltäglicher Erfahrungstatsachen etablieren kann. Live feiern Dauner // Dauner die Vielfalt und Verschiedenheit ihrer Einflüsse: Explizite Jazzstücke wie „2012 + 1“ und „Elf Notizen“ stehen hier neben indischen Ragas und Elementen der zeitgenössischen U- und E-Musik. Der Stuttgarter Pianist und Komponist Wolfgang Dauner ist einer der maßgeblichen Geburtshelfer einer eigenständigen europäischen Jazzentwicklung. Damit wurde er zu einem der wenigen deutschen Jazz-Stars, deren Wirken auch international mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wird. Als einer der ersten Jazzmusiker setzte Dauner Synthesizer zur Musikproduktion ein und avancierte damit zum Pionier des elektronischen Avantgarde-Jazz. Zudem ist Dauner sowohl als Solopianist wie auch als von der Klassik inspirierter Komponist hervorgetreten, hat mehr als 30 Film- und TV-Produktionen vertont sowie eine Jazzoper komponiert. Die kontinuierliche Arbeit mit nationalen und internationalen Musikgrößen machte Florian Dauner in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten und meist beschäftigten Drummer Europas. Der Sohn von Wolfgang Dauner studierte in Boston am Berklee College of Music. Er ist seit 25 Jahren ständiger Schlagzeuger der deutschen Hip-Hop-Band Die Fantastischen Vier, trommelt bei Paul van Dyk, Sarah Brightman und spielt von Beginn an in der Liveband der TV-Sendung „The Voice of Germany“. Auch mit zahlreichen Jazz-Größen und -Formationen wie Charlie Mariano, Albert Mangelsdorff, dem United Jazz + Rock Ensemble, DePhazz und vielen anderen stand er bereits auf den Bühnen der Welt

2. Teil
GLAWISCHNIG//GLAWISCHNIG

Dieter Glawischnig (p)
Hans Glawischnig (bass)

Dieter Glawischnig (1938): Trio Neighbours (1974) mit Ewald Oberleitner b, John Preininger dr; Trio Cercle (1992) mit Andreas Schreiber, Tony Oxley dr (bis 1998) und John Marshall dr; Konzerte und LPs mit Anthony Braxton, Fred Anderson, Bill Brimfield,  Albert Mangelsdorff, Manfred Schoof, Gerd Dudek, Conny Bauer, u.v.a.; Chefdirigent der NDR Bigband (1980/2008); größere Kompositionen, die Jazz als kraftvolles Transportmittel für Texte einsetzen (Ernst Jandl, Gunter Falk, Henning Venske, Dietmar Mues/Grimm); Leiter der Jazzabteilungen an der Grazer (1968/75) und an der Hamburger Musikhochschule (1985/2004).

Hans Glawischnig (1970) ist einer der meistbeschäftigten und vielseitigsten Bassisten der New Yorker Szene; Konzerte und über 100 Aufnahmen u.a. mit Chick Corea, James Moody, Rave Coltrane, Miguel Zenon, David Sanchez, Kenny Werner, Billy Childs, Ray Barretto, Manhatten Transfer, Mingus Big Band; als Komponist und Leiter eigener Gruppen bisher 3 CDs (Common Ground, Panorama, Jahira).

Nach einem WDR-Konzert in Gütersloh (2015) mit Manfred Schoof, in dem Dieter Glawischnig die von der Zeitschrift JAZZTHING initiierte Reihe "European Jazz Legends" eröffnete,  und Konzerten in Österreich (Wien, Heiligenkreuz, Lassnitzhöhe), Ungarn und Slowenien, auch mit Fred Anderson oder Hamid Drake, ist das Konzert in Stuttgart das zweite in der Bundesrepublik. Die Musik des Duos bewegt sich zwischen "motivisch und formal gebundenem Free Jazz" (so eine"alte"  Definition für die Musik des Trios Neighbours) und frei im kommunikativen Spiel entstehenden Passagen.

Weitere Informationen
Konzert

Die 29. Internationalen Theaterhaus-Jazztage werden von der Mercedes-Benz Bank gefördert.

 

 

Weitere Veranstaltungen "Konzert"
Pepper & Salt: Sengsalabem
Mike + The Mechanics: Let Me Fly Tour 2017
JETHRO TULL BY IAN ANDERSON
Pe Werner & Frank Chastenier: Stille Wasser
Joel Brandenstein: Emotionen

Alle Veranstaltungen "Konzert" ...