NeckarGanga: Global River

Global River
Unter dem Titel Global River treffen an diesem Abend zwei sehr unterschiedliche Bands aufeinander, die sich beide dem interkulturellen Dialog verschrieben haben.

Das Sextett „Neckarganga“ mit Musikern aus Mannheim und Varanasi (Indien) verbindet klassische indische Musik, Jazz und Rhythmen aus aller Welt.  
Das „Haz´art Trio“ um den tunesischen Oud Virtuosen Fadhel Boubaker mischt traditionelle arabische Musik, europäischen Jazz und Live-Elektronik.

Beide Bands sind im Sommer mit ihren unlängst veröffentlichten Alben auf Tour und kommen für dieses besondere Konzert zusammen. So will „Global River“ die Chancen von Vielfalt und Offenheit aufzeigen und musikalisch vermitteln.
NeckarGanga
Keshava Rao Nayak – tabla
Steffen Dix – saxophon
Shyam Rastogi – sitar
Jonathan Sell – Kontrabass
Sandip Rao Kewale – tabla
Peter Hinz – percussion
Im Februar 2014 reisten die beiden Mannheimer Musiker Peter Hinz (Percussion) und Steffen Dix (Saxophon) gemeinsam nach Indien. In Varanasi, eine der ältesten Städte der Welt und eine der Hauptstädte der Musik Indiens, nahmen sie Unterricht in indisch klassischer Musik am „International Music Center Ashram“. Für Peter Hinz war es bereits der 4. Aufenthalt dort. Ihn verbindet eine langjährige Freundschaft mit Keshava Rao Nayak – dem Tabla Meister des Ashram. Mit dessen Sohn Sandip Rao Kewale (Tabla) und dem jungen Sitar Meister Shyam Rastogi gründeten sie in der Stadt am Ganges das Projekt: „NeckarGanga“. Hier vereinen sich die sehr unterschiedlichen Einflüsse der einzelnen Musiker zu einem Klang, der sich spielerisch über alle Unterschiede und Grenzen hinwegsetzt.
Im Juli 2015 trafen sich „NeckarGanga“ in Deutschland. Unterstützt durch die Stadt Mannheim und die Orientalische Musikakademie Mannheim konnte das Projekt vertieft werden und gab den Musikern Gelegenheit gemeinsam ein Konzertprogramm zu erarbeiten und dieses live zu präsentieren. Zu diesem Zeitpunkt stieß Jonathan Sell (Kontrabass) zu der Band dazu.
Die Kompositionen aus dieser Schaffensphase wurden im Februar 2016 während einer Studiosession in Varanasi aufgenommen. Anschließend konnte die Band ihr erstes größeres Live-Konzert vor 1500 Besuchern am Ufer des Ganges spielen.
Am 16. Juli 2016 wurde das Album „Innad“ veröffentlicht und auf einer 3-wöchigen Releasetour präsentiert. 

Haz`art Trio
Fadhel Boubaker – Oud
Jonathan Sell – Kontrabass
Dominik Fürstberger – Drumset
als Gast: Mohamad Fityan - Nay

Im Sommer 2011 trafen sich die drei Musiker das erste Mal auf dem Workshop „Orient meets Okzident - Festival Junger Künstler“ in Bayreuth. Diese Begegnung war der Beginn einer langen Freundschaft und von intensiver Zusammenarbeit. Seitdem reisen sie zusammen real und in ihrer Musik durch die orientalische und westliche Welt. Sie konfrontieren und verschmelzen musikalische Elemente beider Kulturkreise und schaffen daraus eine neue Synthese.

“Glück ist das, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft“, sagte einst Seneca und beschreibt damit einen – Zufall. Dem zufälligen Glück des Spielers geht aber immer das Risiko des Einsatzes voraus. Hazard - das heißt auch: alles auf eine Karte setzen, sich voll und ganz einer Sache verschreiben! Fadhel Boubaker, Jonathan Sell und Dominik Fürstberger haben zusammen ihr Glück versucht – und gewonnen! Ein Glückswurf, entstanden durch das Zusammentreffen von Talent, Spiel(er)freude und dem glücklichen Zufall.

Getragen von einem traumwandlerisch sicheren Zusammenspiel von Oud, Kontrabass und Schlagzeug schaffen die drei Musiker ein Geflecht aus Jazz-Beats und arabischer Maqam-Ornamentik, östlicher Finesse und westlicher Durchsetzungskraft, welches alle Genregrenzen überschreitet. 

Das neue Album „Infinite Chase“ wurde im Dezember 2016 unter dem Label „The Muse Alliance“ (Produzent: Vladimir Ivanoff) veröffentlicht.
Nachdem die Band mit dem Programm der CD bereits zahlreiche Konzerte in der arabischen Welt gegeben hat präsentieren sie das Repertoire jetzt auch im deutschsprachigen Raum. 


Mohamad Fityan - Nay & Kawala,
*1984 - Aleppo/ Syrien
Der sehnsüchtige Klang der Nay in den Strassen Aleppos führte Mohamad zu einem Händler, der selber auf seiner Flöte spielte. Fityan kaufte das Instrument. Dann ging alles sehr schnell. Mohamad widmet sich ganz der Musik und wird schnell gefördert und anerkannt: Best Nay Player Award (2002) sowie den Best Conductor Award (2003) beim Contest of Syrian Youth Musicians. Das Studium am Konservatorium in Damaskus schliesst er 2009 ab und war bis 2013 Solist im Syrian Arabic Music Orchestra und der Syrian Jazz BigBand. Auf der Flucht aus Syrien (2014) verschlägt es Fityan nach Deutschland, wo er seitdem in der Nähe von Berlin lebt. In Europa arbeitet Mohamad nicht nur an seinem Herzensprojekt, der Fityan Band, sondern widmet sich auch diversen Engagements u.a. mit Berliner Symphoniker, Brussel Jazz Orchestra, Codarts & Royal Conservatory Big Band, Sinfonietta Essenbach und Bayerische Philharmonie. Außerdem arbeitet er als Komponist und Studiomusiker für Film und Rundfunk.