Ulrich Kienzle und die Frotzler: "Ja, wo komscht Du alds Arschloch no au her?"

Ulrich Kienzle polarisiert. Als er noch Chefredakteur war bei Radio Bremen, endete eine ARD-Konferenz  weinselig und damit, dass sein bayerischer Kollege Wolf Feller wütend eine Flasche Trollinger nach ihm warf. Die Flasche verfehlte ihr Ziel. Sie zerschellte an der Wand hinter Kienzle und die Schlagzeile am nächsten Tag lautete: „Chefredakteure bewerfen sich mit Rotwein.“ Kienzle zur „Süddeutschen Zeitung“: „Geworfen hat aber nur der Feller. Ich werfe nie mit Trollinger.“
Denn Ulrich Kienzle ist ein Genussmensch. Jetzt wechselt die TV-Legende von der Glotzkischt auf die Guckkastenbühne. Und begibt sich auf einen historischen Exkurs. „Wer sind wir?“, fragt er sich öffentlich. „Wo kommen wir her? Was sind die Wurzeln unserer Macken?“  Mit „wir“ meint er sich. Und seine Landsleute, also die Schwaben. Tief steigt er ein in die Geschichte, forscht dort nach den Wurzeln  des schwäbischen Charakters, „dieser Mischung aus Großkotzigkeit und tumber Selbstverachtung“. Klug und mit viel Witz schaut er seinen Landsleuten auf den Mund und in die Seele.
Er erzählt von Glufamichel und Endaglemmer und davon, dass das inkriminierte Wort Arschloch im Schwäbischen keine Beleidigung ist. Für ihn ist es das schwäbisches Schlüsselwort schlechthin. Synonym für Leben. Mit ihm begrüßt man beste Freunde („Ja, wo kommschd Du alds Arschloch no au her!“) und es gehört es zur Grundausstattung eines jeden schwäbischen Politikers. Kienzle schaut nicht nur zurück. Mit wohlbekanntem Biss kommentiert er aktuelle Entgleisungen schwäbischer Politiker, dass einem die Tränen kommen... .
Begleitet wird er von dem Trio Die Frotzler, drei schwäbischen Musikanten, die - wie Kienzle - die Welt gesehen haben und doch tief im Land der Schwaben verwurzelt sind. Als Studentengruppe begannen sie vor 20 Jahren gemeinsam Musik zu machen. Alle drei sind Mitglieder der Musik-Comedy-Gruppe Tango Five, einem deutschlandweit erfolgreichen Musikensemble, längst Kult. Aber auch als Solisten haben sich die drei Musiker  international einen Namen gemacht. Und so kehren sie mit umso größerer Freude für Ulrich Kienzles Programm zurück zu ihren schwäbischen Wurzeln und begleiten den knitzen Spötter  mit schwäbischem Sangesgut, Pointen und Versen.
Eine skurrile Geschichtsstunde. Und eine hintersinnige Liebeserklärung auf Schwäbisch.

 

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Kabarett

 

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